Frankfurt erlebt seit dem Herbst spürbare Veränderungen bei den städtischen Bußgeldern. Mehrere alltägliche Ordnungswidrigkeiten kosten deutlich mehr als zuvor. Die Maßnahmen betreffen Hundebesitzer, Verursacher von Sperrmüll und Personen, die öffentliche Flächen zweckwidrig nutzen. Ziel der Anpassungen ist laut Stadtverwaltung nicht die Steigerung der Einnahmen, sondern eine abschreckende Wirkung. Ähnliche Diskussionen über Ordnung und Kosten prägen auch andere kommunale Debatten, etwa im Zusammenhang mit hohen Kosten in deutschen Metropolen.
Inhaltsverzeichnis:
- Bußgelder für Hundekot und Wildpinkeln
- Sperrmüll ohne Termin
- Stadtpolizei und andere Schwerpunkte
- Annette Rinn und offene Bewertungen
Bußgelder für Hundekot und Wildpinkeln
Wer Hundekot nicht entfernt, zahlt in Frankfurt nun 400 Euro statt 120 Euro. Für sogenanntes Wildpinkeln werden 300 Euro fällig, zuvor waren es 70 Euro. Die Stadt sieht diese Verstöße weiterhin als relevantes Problem im öffentlichen Raum, insbesondere in stark frequentierten Bereichen.
Ein Blick auf die Statistik zeigt jedoch kaum Veränderungen. Im letzten Quartal 2024 wurden 62 Bußgelder wegen Wildpinkelns verhängt. Im entsprechenden Zeitraum 2025 waren es 51 Fälle. Die Erfassung endet am 17. Dezember, weshalb bis Jahresende noch einzelne Verfahren hinzukommen können.
Auffällig ist ein anderer Wert. Im gesamten letzten Quartal 2024 wurde ein Hundebesitzer wegen nicht beseitigtem Kot belangt, im letzten Quartal 2025 gab es keinen einzigen Fall.
Sperrmüll ohne Termin
Illegal abgestellter Sperrmüll kann seit der Anpassung mit mindestens 1000 Euro geahndet werden. Zuvor lag der Satz bei 250 Euro. Auch hier bleiben die Zahlen niedrig. Neun Bußgelder wurden im letzten Quartal 2025 wegen ohne Termin abgestellten Sperrmülls verhängt. Im Vorjahr waren es elf.
Zu früh bereitgestellter Sperrmüll führte 2025 zu sieben Verfahren. 2024 waren es acht. Die Stadt geht selbst davon aus, dass solche Verstöße deutlich häufiger vorkommen als es die Zahlen abbilden. Parallel dazu übernimmt die Stadtreinigung neue Aufgaben, mehr dazu hier.
Stadtpolizei und andere Schwerpunkte
Bei kleineren Abfällen zeigt sich ein anderes Bild. Für weggeworfene Zigarettenkippen und ähnliche Abfälle wurden im Quartal 2025 insgesamt 47 Bußgelder verhängt. Im gleichen Zeitraum 2024 waren es nur fünf. Gleichzeitig sank die Zahl der geahndeten illegalen Abfallablagerungen von 29 auf 15 Fälle.
Trotz dieses Anstiegs gelten auch 47 Verfahren in einem Quartal für eine Großstadt als geringe Zahl. Ob damit eine abschreckende Wirkung erzielt wird, bleibt offen, ähnlich wie bei anderen Maßnahmen zur öffentlichen Ordnung, über die Frankfurt zum Jahreswechsel ebenfalls entschieden hat.
Annette Rinn und offene Bewertungen
Ordnungsdezernentin Annette Rinn hatte im Herbst schärfere Kontrollen angekündigt. Auch die CDU betonte in der Stadtverordnetenversammlung, dass höhere Strafen allein nicht ausreichen.
Die Verwaltung zieht bisher keine Schlüsse. Es gibt keine Angaben zu örtlichen Schwerpunkten, Einspruchsquoten oder Zahlungsraten. Bislang hat sich zudem kein Gericht abschließend mit den neuen Bußgeldbescheiden befasst. Auch möglicher Nachbesserungsbedarf wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht benannt.
Quelle: Frankfurter Neue Presse, Milkecorp
FAQ
Warum hat Frankfurt die Bußgelder erhöht?
Die Stadt Frankfurt hat die Bußgelder erhöht, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen und Ordnungswidrigkeiten im öffentlichen Raum zu reduzieren.
Wie hoch ist das Bußgeld für nicht entfernten Hundekot?
Wer Hundekot in Frankfurt nicht beseitigt, muss seit Herbst 400 Euro zahlen. Zuvor lag das Bußgeld bei 120 Euro.
Was kostet Wildpinkeln in Frankfurt aktuell?
Für Wildpinkeln werden derzeit 300 Euro fällig. Vor der Anpassung betrug das Bußgeld 70 Euro.
Welche Strafe droht bei illegal abgestelltem Sperrmüll?
Illegal abgestellter Sperrmüll kann mit mindestens 1000 Euro geahndet werden. Zuvor lag die Untergrenze bei 250 Euro.
Haben die höheren Bußgelder bisher zu mehr Anzeigen geführt?
Die bisherigen Zahlen zeigen kaum Veränderungen. In mehreren Bereichen sind die Fallzahlen sogar leicht gesunken.
Welche Rolle spielt die Stadtpolizei bei der Kontrolle?
Die Stadtpolizei setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Auffällig ist ein deutlicher Anstieg bei Bußgeldern für weggeworfene Kleinabfälle.
Gibt es bereits eine Bewertung der neuen Regelungen?
Die Stadtverwaltung hält sich mit einer Bewertung zurück. Es liegen noch keine belastbaren Daten zu Wirkung, Einsprüchen oder Gerichtsentscheidungen vor.


