Eingeschränkter Bahnverkehr sorgt für lange Pendelwege
Eingeschränkter Bahnverkehr sorgt für lange Pendelwege, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Ab dem 14. Dezember steht für viele Reisende im Rhein-Main-Gebiet ein tiefgreifender Fahrplanwechsel bevor. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) streicht deutlich mehr Zugverbindungen als ursprünglich geplant. Grund dafür ist die stark überlastete Schieneninfrastruktur in der Region, die zahlreiche Einschnitte erzwingt. Besonders betroffen sind Pendler, die täglich zwischen Frankfurt und Fulda unterwegs sind. Für viele bedeutet dies längere Fahrzeiten und mehr Umstiege.

Inhaltsverzeichnis:

Komplette Streichung der Linie RE5 zwischen Frankfurt und Fulda

Ab Sonntag fällt die gesamte RE5-Linie zwischen Frankfurt und Fulda ersatzlos weg. Diese Maßnahme trifft vor allem Berufspendler, die regelmäßig auf dieser Strecke unterwegs sind. Gleichzeitig endet die Regionalbahn RB53, die bisher von Gemünden bis Schlüchtern fuhr, künftig schon in Flieden. Dadurch verlängern sich die Reisezeiten spürbar.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) kündigte zudem für die Strecke Bad Hersfeld–Frankfurt einen Zweistundentakt an. In den Hauptverkehrszeiten sollen die Züge stündlich fahren. Der RMV hatte diese Kürzungen bereits im Herbst angekündigt und dabei deutliche Kritik an der Deutschen Bahn geäußert. Laut Verkehrsverbund sei die „Überlastung der Schieneninfrastruktur“ der Hauptgrund für die Einschnitte.

Mehr zu aktuellen Veränderungen in Frankfurt lesen Sie im Beitrag über den verschärften Regelungen zum Jahreswechsel.

Weniger ICE-Verbindungen zwischen Kassel und Karlsruhe

Zwischen Kassel, Marburg, Gießen, Frankfurt und Karlsruhe wird das Angebot im Fernverkehr deutlich reduziert. Die bisherigen zweistündlichen ICE-Verbindungen Karlsruhe–Heidelberg–Bensheim–Darmstadt verkehren nur noch alle vier Stunden weiter über Frankfurt Hauptbahnhof, Marburg und Hannover.

Der Bahnhof Friedberg verliert alle ICE-Halte
Der Bahnhof Friedberg verliert alle ICE-Halte, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Besonders betroffen ist der Bahnhof Friedberg. Künftig halten dort keine ICE-Züge mehr. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert diese Entscheidung scharf. Nach Angaben des Verbandes werde Mittelhessen nur noch halb so oft mit dem ICE bedient. In der Mitteilung des VCD heißt es: „Dies ist nicht akzeptabel.“ Der Verband fordert stattdessen einen stündlich verkehrenden, schnellen RE Frankfurt–Kassel. Doch eine solche Verbindung bleibt weiterhin aus.

Einen Überblick über weitere Projekte im Bereich Mobilität bietet der Artikel „Hoffnung für Frankfurts Nahverkehr“.

Kritik von Fahrgastverbänden und ungewisse Zukunft

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn äußert sich kritisch. „Wirkliche Verbesserungen gibt es nicht, dagegen deutliche Verschlechterungen“, erklärt die Organisation. In den vergangenen Jahrzehnten sei Mittelhessen nie so schlecht über die Schiene verbunden gewesen. Nach Einschätzung des hessischen Landesverbandes werde der neue Fahrplan den Bedürfnissen der Bevölkerung nicht gerecht. „Menschen werden nicht dazu animiert, das Auto stehen zu lassen“, heißt es weiter.

Das Hauptproblem bleibt die Vielzahl der Baustellen auf der Schiene. Sowohl die Deutsche Bahn als auch der RMV rechnen nicht mit einer Entlastung im kommenden Jahr. Die Bauarbeiten sollen bis mindestens 2026 andauern. Reisende müssen sich daher weiterhin auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen.

Neue Anbindungen am Flughafen Frankfurt und mehr Fernverkehr

Trotz der umfangreichen Einschränkungen gibt es auch positive Entwicklungen. Das neue Terminal 3 am Flughafen Frankfurt wird künftig an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Zudem sollen sich die Umsteigezeiten bei den Regionalbuslinien auf der Strecke Friedberg–Friedrichsdorf verbessern.

Im Fernverkehr sind mehrere Erweiterungen geplant:

  • Mehr Züge auf den Strecken Hamburg–Hannover–Kassel und Kassel–Frankfurt–Mannheim.
  • Drei zusätzliche Sprinter-Verbindungen pro Tag zwischen Frankfurt und Hamburg mit Halt in Hannover.
  • Alle zwei Stunden eine Direktverbindung von Frankfurt an die Ostsee.
  • Schnellere Verbindung von Kassel nach Leipzig.

Fahrkarten für die Zeit ab Sonntag sind bereits erhältlich. Der RMV empfiehlt allen Fahrgästen, die Fahrplandaten in Apps oder an den Aushängen sorgfältig zu prüfen, da sich zahlreiche Verbindungen geändert haben.

Passend zum Thema Mobilität in der Region finden Interessierte hier weitere Informationen zur Deutschen Bahn.

Trotz der geplanten Verbesserungen im Fernverkehr bleibt die Lage im Regionalnetz angespannt. Für viele Pendler wird der tägliche Arbeitsweg ab dem 14. Dezember deutlich komplizierter.

Quelle: Franjfurter Neue Presse, Milekcorp

FAQ

Welche Zuglinie wird ab dem 14. Dezember vollständig gestrichen?

Die komplette RE5-Linie zwischen Frankfurt und Fulda entfällt ersatzlos.

Warum streicht der RMV zahlreiche Verbindungen?

Grund ist die stark überlastete Schieneninfrastruktur, die laut RMV die Einschnitte unvermeidlich macht.

Welche weiteren Einschränkungen betreffen Regionalzüge?

Die RB53 endet künftig bereits in Flieden und die Strecke Bad Hersfeld–Frankfurt wird auf einen Zweistundentakt reduziert.

Welche ICE-Verbindungen sind besonders betroffen?

ICE-Züge zwischen Karlsruhe und Kassel fahren seltener und halten nicht mehr in Friedberg.

Wie lange dauern die Baustellen im Schienennetz an?

Die zahlreichen Baustellen werden voraussichtlich bis mindestens 2026 bestehen bleiben.

Gibt es trotz Einschränkungen auch Verbesserungen?

Ja, unter anderem wird das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden und einige Fernverkehrsstrecken werden ausgebaut.

Was empfiehlt der RMV den Fahrgästen?

Der RMV rät dazu, Fahrplandaten in Apps und an Aushängen sorgfältig zu prüfen, da viele Verbindungen geändert wurden.

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