Tarifpläne beim RMV treffen auf marode Bahnhöfe in Frankfurt
Tarifpläne beim RMV treffen auf marode Bahnhöfe in Frankfurt, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund steht vor einem Jahr mit begrenzten Spielräumen. Verbesserungen im Betrieb sind angekündigt. Für viele bauliche Probleme gibt es jedoch keine konkreten Termine. Parallel rücken tiefgreifende Änderungen bei der Tarifstruktur näher, die direkte Folgen für Fahrgäste haben könnten. Die Diskussion reiht sich ein in frühere Einschnitte im RMV-Verkehr, die bereits spürbar waren.

Inhaltsverzeichnis

Knut Ringat und Rhein-Main-Verkehrsverbund

Bei der Jahrespressekonferenz machte :contentReference[oaicite:0]{index=0}, Geschäftsführer des :contentReference[oaicite:1]{index=1}, deutlich, dass der RMV mit den vorhandenen Mitteln vor allem den bestehenden Betrieb absichern kann. Im Mittelpunkt der Ankündigungen stand eine bessere Pünktlichkeitsquote bei der S-Bahn. Für eine umfassende Sanierung der Frankfurter S-Bahnhöfe gab es dagegen keine Zusagen. Viele Stationen befinden sich weiterhin in einem schlechten baulichen Zustand. Ähnliche Erwartungen an Verbesserungen gab es zuletzt auch beim Thema Nahverkehr in Frankfurt.

Thomas Busch und Bahnhöfe in Frankfurt

:contentReference[oaicite:2]{index=2} erklärte, dass an einzelnen Standorten konkrete Planungen laufen. Der Bahnhof Griesheim soll barrierefrei umgebaut werden, ebenso der Bahnhof West. Für den stark frequentierten Bahnhof Höchst gibt es hingegen keinen Zeitplan. Dort war die Eingangshalle im November wegen Einsturzgefahr kurzfristig gesperrt und provisorisch gesichert worden. Ein Grund für die Verzögerungen liegt in der Finanzierung. Der Anteil des vom Bund beschlossenen Sondervermögens für die Schieneninfrastruktur wird mit regulären Haushaltsmitteln verrechnet. Dadurch bleibt der zusätzliche finanzielle Spielraum begrenzt.

S6, Ostbahnhof und laufende Bauprojekte

Im Zusammenhang mit den Bauarbeiten entlang der S6 verwies Busch auf bereits umgesetzte Maßnahmen. An den Bahnhöfen Eschersheim und Frankfurter Berg wurden Verbesserungen realisiert. Auch am weitgehend abgerissenen Ostbahnhof, an dem weiterhin Regionalzüge halten, ist eine Optimierung der Zugänge geplant. Ziel ist es, die Erreichbarkeit der Haltestelle zu erleichtern, trotz des insgesamt reduzierten Gebäudezustands.

Neue Buslinien und Flughafen-Terminal 3

Im Fahrverkehr meldete der RMV zusätzliche Angebote. Mehrere neue Busverbindungen wurden eingeführt, darunter drei Linien zum Flughafen-Terminal 3. Konkret fahren:

  • die Linie X77 vom Südbahnhof
  • die Linie X18 von Neu-Isenburg
  • die Linie X15 von Mörfelden-Walldorf

Diese Erweiterungen sollen die Anbindung des neuen Terminals verbessern, ohne zusätzliche Schieneninfrastruktur zu benötigen. Ergänzend setzt die Stadt bei einzelnen Angeboten auch auf alternative Modelle wie das Frauennachttaxi.

Tarifstruktur und Kurzstrecken-Ticket

Für das laufende Jahr plant der RMV Gespräche über eine grundlegende Reform der Tarifstruktur. Das Ziel ist eine Ausweitung der Geltungsbereiche bis hin zu Einzelfahrscheinen, um Tickets günstiger zu machen. Dafür sollen auch Abstimmungen mit anderen Verkehrsverbünden stattfinden. Gleichzeitig räumte Ringat ein, dass diese Änderungen Folgen haben könnten. Das Kurzstrecken-Ticket könnte im Zuge der Reform abgeschafft werden.

Deutschland-Ticket und Kontrollen

Ringat forderte zudem ein einheitlicheres Verständnis beim Deutschland-Ticket. Ihn stört, dass es derzeit „nur eine Art RMV-Ticket mit bundesweiter Geltung“ sei. Unterschiede zwischen den Verbünden, etwa bei der Fahrradmitnahme, führen weiterhin zu Problemen. Das zeigt sich unter anderem bei Fahrten von Frankfurt nach Aschaffenburg.

In den vergangenen Wochen fiel Fahrgästen auf, dass bei Kontrollen häufiger ein Personalausweis verlangt wird. Eine direkte Begründung nannte der RMV nicht. Die städtische Nahverkehrsgesellschaft :contentReference[oaicite:3]{index=3} stellte jedoch einen Zusammenhang mit bundesweit zunehmenden Betrugsversuchen her. Sprecher :contentReference[oaicite:4]{index=4} erklärte wörtlich:

„Die Kontrollen von Fahrkarten in den U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen in der Stadt laufen mit unverminderter Intensität, auch aufgrund der generell vermehrten Zahl von Betrugsversuchen beim Deutschland-Ticket bundesweit.“

Zugleich betonte er, dass es in Frankfurt keine konkreten Anlässe für schärfere Kontrollen gegeben habe.

FAQ

Warum kann der RMV keine umfassende Sanierung der Bahnhöfe zusagen?

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund verfügt laut Geschäftsführung nur über begrenzte finanzielle Mittel, die vor allem zur Sicherung des laufenden Betriebs eingesetzt werden.

Welche Frankfurter Bahnhöfe sollen barrierefrei werden?

Geplant ist der barrierefreie Umbau der Bahnhöfe Griesheim und West, während für andere stark frequentierte Stationen derzeit kein Zeitplan vorliegt.

Welche neuen Busverbindungen hat der RMV eingeführt?

Neu sind drei Buslinien zum Flughafen-Terminal 3, darunter die Linien X77, X18 und X15 aus verschiedenen Stadt- und Umlandbereichen.

Was plant der RMV bei der Tarifstruktur?

Der RMV möchte die Tarifgrenzen ausweiten und das Geltungsgebiet von Tickets vergrößern, um Fahrkarten günstiger zu machen.

Warum wird beim Deutschland-Ticket häufiger der Personalausweis kontrolliert?

Grund sind bundesweit zunehmende Betrugsversuche beim Deutschland-Ticket, weshalb personalisierte Fahrkarten stärker überprüft werden.

Quelle: Frankfurter Neue Presse, Milekcorp

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