Frankfurts Wohnungsmarkt bleibt stark unter Druck
Frankfurts Wohnungsmarkt bleibt stark unter Druck, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Lage auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Trotz intensiver Maßnahmen der Stadt verschärfen sich zentrale Probleme weiter. Besonders betroffen sind Menschen, die aktuell eine Wohnung suchen. Aktuelle Zahlen, politische Konzepte und strukturelle Entwicklungen zeigen, wie komplex die Situation ist. Die Situation ähnelt der Entwicklung, die bereits im Beitrag zu Frankfurts Wohnungsmarkt beschrieben wurde.

Inhaltsverzeichnis

Die Stadt Frankfurt investiert seit Jahren stark in bezahlbaren Wohnraum. Die Verlängerung des seit 2021 geltenden Mietenstopps bei der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG schützt 33.000 Haushalte bis 2030 vor Mieterhöhungen von mehr als 1 Prozent pro Jahr. Diese Maßnahme stabilisiert bestehende Mietverhältnisse. Für neue Wohnungssuchende bringt sie jedoch kaum Entlastung. Vergleichbare Effekte zeigen sich auch dort, wo Mieten stabil gehalten werden.

Sozialwohnungen in Frankfurt

Ende 2024 standen 7.513 Haushalte auf der Warteliste des Wohnungsamts. Gleichzeitig sinkt der Bestand an Sozialwohnungen seit Jahrzehnten.

1990 existierten fast 68.000 Wohnungen.
2000 waren es über 41.000.
2010 nur noch 32.841.
Ende 2024 lag die Zahl bei 27.842.

Die Stadt versucht gegenzusteuern. Investoren müssen in neuen Baugebieten 30 Prozent geförderte Wohnungen errichten. Die ABG unterliegt höheren Quoten. Zudem verlängert die Stadt Belegungsbindungen mit hohem finanziellem Aufwand. Dennoch fallen jährlich mehr Wohnungen aus der Bindung als neue entstehen.

Bilanz 2024 und Bauprojekte

Die Zahlen für 2024 verdeutlichen den Trend. 1.058 Wohnungen fielen aus der Sozialbindung.

  • 102 neue Sozialwohnungen
  • 256 gekaufte Belegungsrechte
  • 509 verlängerte Bindungen

Unterm Strich sank der Bestand um 191 Wohnungen. Das Wohnungsamt konnte 1.479 Sozialwohnungen vermitteln. Bauprojekte verzögerten sich zusätzlich. Die ABG legte Vorhaben auf Eis. Die Bebauung des Hilgenfelds startete später als geplant. Das Projekt Günthersburghöfe mit 1.500 Wohnungen, darunter fast 500 Sozial- und Mittelstandswohnungen, wurde 2021 politisch gestoppt. Entwicklungen im Wohnungsbau in Frankfurt spielen dabei eine zentrale Rolle.

Eine leichte Entspannung gilt dennoch als möglich. Für 2025 und 2026 rechnet die Stadt mit rund 600 neuen Sozialwohnungen und 500 Wohnungen für mittlere Einkommen. Neue Förderbedingungen setzen auf höhere Zuschüsse, höhere Sozialmieten und längere Bindungsfristen.

Mietpreise und Marktverstöße

Auf dem freien Markt bleibt Wohnraum teuer. Bestandswohnungen kosteten zuletzt durchschnittlich 14,86 Euro pro Quadratmeter, Neubauten 18,84 Euro. Die Stadt stellte von Januar bis März 2025 2.679 Inserate fest, die mindestens 10 Prozent über der Vergleichsmiete lagen. 631 Fälle überschritten diese Grenze um mindestens 50 Prozent, was als Mietwucher gilt.

Langjährige Mieter zahlen meist weniger. Trotzdem geraten viele Haushalte finanziell unter Druck. Der nicht verlängerte Vorbehalt zur Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen verschärft die Lage zusätzlich. Diese Umwandlungen gelten als zentraler Faktor für Verdrängung.

Parteien und wohnungspolitische Konzepte

Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch. Frankfurt wuchs seit 2016 um rund 50.000 Einwohner. Prognosen erwarten bald mehr als 800.000 Menschen. Die Parteien setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

  • Die Grünen planen klimagerechte Neubaugebiete, verschärfte Quoten für sozialen Wohnungsbau und Mietzuschüsse für mittlere Einkommen.
  • Die CDU will den Baulandbeschluss aussetzen, den Bau der Günthersburghöfe ermöglichen und neue Flächen entwickeln.
  • Die SPD fordert 50 Prozent Sozial- und Mittelstandswohnungen, einen erweiterten Mietenstopp und den Frankfurt-Standard zur Kostensenkung um bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter.
  • Die Linke setzt auf mindestens 1.000 neue Sozialwohnungen jährlich mit dauerhafter Bindung und umfassenden Mietstopp.
  • Die FDP lehnt zusätzliche Regulierung ab, fördert Wohneigentum und setzt auf Wohngeld statt Sozialwohnungsbau.
  • Volt fokussiert die Umwandlung von Büroflächen, Aufstockungen, Wohnungstausch und kommunale Umzugsanreize.

Die Wohnungsfrage bleibt damit eines der zentralen Themen der Kommunalwahl. Die Herausforderungen sind klar benannt. Die politischen Wege dorthin unterscheiden sich deutlich.

FAQ

Warum bleibt der Wohnungsmarkt in Frankfurt angespannt?

Die Nachfrage nach Wohnraum ist hoch, während das Angebot an bezahlbaren und geförderten Wohnungen seit Jahren sinkt. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung weiter.

Wie viele Haushalte warten auf eine Sozialwohnung?

Ende 2024 standen 7.513 Haushalte auf der Warteliste des Frankfurter Wohnungsamts.

Welche Wirkung hat der Mietenstopp bei der ABG?

Der seit 2021 geltende Mietenstopp begrenzt Mieterhöhungen auf maximal 1 Prozent pro Jahr und schützt 33.000 Haushalte bis 2030.

Warum sinkt die Zahl der Sozialwohnungen trotz Neubauten?

Jährlich fallen mehr Wohnungen aus der Sozialbindung heraus als neue hinzukommen, selbst durch Neubauten, Ankäufe und verlängerte Bindungen.

Welche Mietpreise werden aktuell in Frankfurt verlangt?

Bestandswohnungen werden im Durchschnitt für 14,86 Euro pro Quadratmeter angeboten, Neubauten für rund 18,84 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: Frankfurter Rundschau, Webrivaig

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