Mitarbeiterin plant die schrittweise Einführung neuer Technologien am Laptop
Eine strukturierte Planung erleichtert die Einführung neuer Technologien im Unternehmen, Foto: Pexels - Lizenz

Neue Technologien sollten nicht mit dem Kauf einer Software oder dem Freischalten eines neuen Systems beginnen. Eine erfolgreiche Technologieeinführung startet mit einem klar beschriebenen Problem, einem messbaren Ziel und einem begrenzten Anwendungsfall. Erst danach folgen Auswahl, Pilotbetrieb, Schulung und breiter Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Warum Technologien schrittweise eingeführt werden sollten

Dieses Vorgehen reduziert das Risiko, Geld in Funktionen zu investieren, die im Arbeitsalltag kaum genutzt werden. Gleichzeitig lassen sich Datenschutz, IT-Sicherheit, Datenqualität und Akzeptanz berücksichtigen, bevor ein neues Werkzeug tief in bestehende Prozesse eingebunden wird.

Digitalisierung scheitert selten ausschließlich an fehlender Technik. Schwierigkeiten entstehen häufig dort, wo Ziele unklar bleiben, Verantwortlichkeiten fehlen oder bestehende Abläufe einfach in ein neues System übertragen werden. Der Bitkom-Studienbericht „Digitalisierung der Wirtschaft 2025“ zeigt die Größenordnung des Problems. 53 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gaben an, Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Digitalisierung zu haben. 72 Prozent verfügten laut Studie über keine zentrale Strategie für die digitale Transformation.

Deshalb sollte eine neue Technologie nicht als isoliertes IT-Projekt behandelt werden. Sie verändert häufig Arbeitsabläufe, Zuständigkeiten, Datenflüsse und Entscheidungen. Ein neues Kundenverwaltungssystem betrifft beispielsweise nicht nur die technische Administration. Vertrieb, Kundenservice, Datenschutz und Führung müssen ebenfalls wissen, wie Informationen eingegeben, geprüft und genutzt werden.

Für Unternehmen ist es daher sinnvoll, zunächst die benötigten digitalen Kompetenzen in Frankfurt auszubauen, statt ausschließlich auf neue Anwendungen zu setzen. Ein leistungsfähiges Werkzeug bringt wenig, wenn Beschäftigte seine Funktionen nicht verstehen oder parallele alte Abläufe weiterführen.

Eine belastbare Einführung lässt sich in einer einfachen Reihenfolge organisieren:

  1. konkretes Problem und gewünschtes Ergebnis bestimmen,
  2. bestehenden Prozess und benötigte Daten untersuchen,
  3. Risiken, Datenschutz und IT-Sicherheit prüfen,
  4. einen begrenzten Pilotbereich auswählen,
  5. Ergebnisse messen und Fehler korrigieren,
  6. die Lösung erst danach schrittweise auf weitere Bereiche übertragen.

Der entscheidende Unterschied liegt zwischen Installation und Einführung. Eine Anwendung kann technisch innerhalb kurzer Zeit bereitstehen. Bis Rollen, Prozesse, Schulungen, Sicherheitsmaßnahmen und Datenqualität zuverlässig funktionieren, ist jedoch weitere organisatorische Arbeit nötig.

Team analysiert Daten zur schrittweisen Einführung neuer Technologien im Unternehmen
Messbare Ergebnisse helfen, den Nutzen neuer Technologien vor dem Rollout zu bewerten, Foto: Pexels - Lizenz

Schritt 1: Bedarf und Ziel festlegen

Am Anfang sollte nicht die Frage stehen, welches Produkt gekauft werden soll. Zuerst muss klar sein, welcher konkrete Arbeitsablauf verbessert werden soll. Ein geeignetes Ziel lautet beispielsweise nicht „mehr automatisieren“, sondern beschreibt ein überprüfbares Ergebnis wie weniger manuelle Doppeleingaben, eine schnellere Bearbeitung oder eine geringere Zahl fehlerhafter Datensätze.

Dafür lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Welche Tätigkeit verursacht aktuell besonders viel Aufwand? Wo entstehen Wartezeiten? Welche Informationen werden mehrfach übertragen? Welche Arbeitsschritte hängen von einzelnen Personen ab? Erst wenn diese Punkte sichtbar sind, lässt sich beurteilen, ob eine neue Technologie überhaupt die passende Lösung ist.

Manchmal liegt das eigentliche Problem nicht in fehlender Software. Unklare Zuständigkeiten, unnötige Freigabeschleifen oder uneinheitliche Daten können einen Prozess ebenfalls verlangsamen. Werden solche Schwächen nicht vorher erkannt, digitalisiert das Unternehmen lediglich einen schlechten Ablauf.

Anschließend werden wenige messbare Kriterien festgelegt. Je nach Projekt können das Bearbeitungszeit, Fehlerquote, Anzahl manueller Arbeitsschritte, Nutzungsgrad oder Verfügbarkeit eines Dienstes sein. Wichtig ist ein Ausgangswert. Ohne ihn lässt sich später kaum feststellen, ob das Projekt tatsächlich eine Verbesserung gebracht hat.

Auch das Budget sollte mehr enthalten als Lizenz- oder Anschaffungskosten. Einrichtung, Datenmigration, Schnittstellen, Schulungen, Betreuung, Anpassungen und laufender Betrieb können zusätzlichen Aufwand verursachen. Deshalb ist eine Lösung nicht automatisch günstig, nur weil ihre monatliche Gebühr niedrig erscheint.

Bei der Auswahl sollte zudem geprüft werden, wie gut sich die Anwendung in vorhandene Abläufe integrieren lässt. Digitale Werkzeuge für Frankfurter Unternehmen entfalten ihren Nutzen vor allem dann, wenn sie konkrete Prozessprobleme lösen und nicht zusätzliche Insellösungen schaffen.

Wie bereit ist Ihr Unternehmen für eine neue Technologie?

Beantworten Sie fünf kurze Fragen und prüfen Sie, ob bereits gute Voraussetzungen für einen Pilotversuch bestehen.

1. Ist das konkrete Problem klar beschrieben?

2. Gibt es messbare Ziele?

3. Sind Daten und Schnittstellen bekannt?

4. Sind Verantwortliche benannt?

5. Kann die Lösung zunächst klein getestet werden?

Schritt 2: Prozesse, Daten und Risiken prüfen

Vor einer technischen Entscheidung sollte der betroffene Ablauf einmal vollständig beschrieben werden. Wichtig sind Eingangsdaten, Bearbeitungsschritte, Freigaben, Schnittstellen und Ergebnisse. Dadurch wird sichtbar, welche Systeme miteinander kommunizieren müssen und welche Beschäftigten tatsächlich betroffen sind.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Daten. Unternehmen sollten wissen, welche Informationen für einen Prozess erforderlich sind, wo sie gespeichert werden, wer sie ändern darf und wie ihre Qualität kontrolliert wird. Werden unvollständige, doppelte oder unterschiedlich formatierte Datensätze ungeprüft in ein neues System übertragen, entstehen Probleme häufig schon während des Pilotbetriebs.

Datenqualität ist außerdem eine Voraussetzung für aussagekräftige Auswertungen. Wer Entscheidungen stärker auf Kennzahlen stützen möchte, sollte deshalb zuerst nachvollziehbare Datenquellen und klare Verantwortlichkeiten schaffen. Welche Rolle strukturierte Informationen dabei spielen, zeigt auch der Beitrag darüber, wie Datenanalyse bessere Entscheidungen ermöglicht.

Werden personenbezogene Daten verarbeitet, darf Datenschutz nicht erst kurz vor der Freigabe geprüft werden. Artikel 25 der Datenschutz-Grundverordnung verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bereits bei der Festlegung der Verarbeitungsmittel sowie während der Verarbeitung. Dazu gehört auch der Grundsatz, dass standardmäßig nur die für den jeweiligen Zweck erforderlichen personenbezogenen Daten verarbeitet werden.

Parallel ist die Informationssicherheit zu betrachten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik betont, dass Cyber-Sicherheit Teil des Risikomanagements und eine Aufgabe der Leitungsebene ist. Dazu gehören unter anderem ein Überblick über eingesetzte Hard- und Software, Schutz wichtiger Daten, regelmäßige Sicherungen, Sicherheitsaktualisierungen sowie vorbereitete Abläufe für mögliche Vorfälle.

Sicherheit sollte deshalb Bestandteil der Technologieauswahl sein und nicht als spätere Zusatzfunktion behandelt werden. Welche Bedeutung dieser Punkt für betriebliche Abläufe hat, wird auch beim Thema digitale Sicherheit und Geschäftserfolg deutlich.

Prüfbereich Vor dem Pilotbetrieb klären Vor dem breiten Einsatz prüfen
Ziel Welches konkrete Problem soll gelöst werden? Wurde die gewünschte Verbesserung tatsächlich erreicht?
Daten Welche Daten werden benötigt und wie zuverlässig sind sie? Funktionieren Übertragung, Qualitätssicherung und Berechtigungen?
Datenschutz Welche personenbezogenen Daten werden zu welchem Zweck verarbeitet? Sind Einstellungen, Zugriffe und Prozesse datenschutzgerecht gestaltet?
IT-Sicherheit Welche Systeme, Konten und Schnittstellen entstehen? Sind Updates, Sicherungen, Überwachung und Notfallabläufe geregelt?
Beschäftigte Wer arbeitet im Pilotbereich mit der Lösung? Sind Schulungen, Zuständigkeiten und Unterstützungswege ausreichend?
Betrieb Wer betreut die Lösung während des Tests? Sind Betrieb, Kosten, Anbieterabhängigkeiten und Ausfallverfahren geklärt?

Schritt 3: Pilotprojekt und Verantwortlichkeiten festlegen

Eine neue Technologie sollte möglichst nicht sofort für das gesamte Unternehmen verbindlich werden. Ein begrenztes Pilotprojekt schafft einen kontrollierten Raum, in dem technische und organisatorische Fehler sichtbar werden. Geeignet ist ein Bereich, der den späteren Einsatz realistisch abbildet, aber noch überschaubar bleibt.

Der Pilot sollte nicht nur mit besonders technikaffinen Beschäftigten durchgeführt werden. Sonst entsteht ein verzerrtes Bild. Sinnvoller ist eine Gruppe mit unterschiedlichen Aufgaben und Erfahrungsständen. Dadurch zeigt sich früher, welche Funktionen selbsterklärend sind und wo zusätzliche Unterstützung benötigt wird.

Vor Beginn müssen die Rollen eindeutig verteilt sein. Eine Person sollte für das fachliche Ziel verantwortlich sein. Daneben braucht es Zuständigkeiten für Technik, Datenschutz und Informationssicherheit, soweit diese Bereiche betroffen sind. Ebenso wichtig ist eine Anlaufstelle für praktische Probleme während des Tests.

Jede Technologie benötigt einen fachlichen Eigentümer. Ohne diese Zuständigkeit bleiben Entscheidungen zu Funktionen, Berechtigungen, Änderungen oder späterer Abschaltung häufig zwischen IT, Fachabteilung und Leitung liegen.

Vor dem Pilotstart sollten außerdem Erfolgskriterien und Abbruchkriterien feststehen. Ein Test ist nicht erfolgreich, nur weil eine Anwendung technisch funktioniert. Sie muss den vorgesehenen Ablauf verbessern, zuverlässig nutzbar sein und darf keine unvertretbaren neuen Risiken erzeugen.

Feedback sollte strukturiert erfasst werden. Sinnvoll sind konkrete Beobachtungen wie zusätzliche Arbeitsschritte, häufige Eingabefehler, fehlende Funktionen oder Probleme bei Schnittstellen. Allgemeine Aussagen wie „gefällt mir“ oder „ist kompliziert“ reichen für eine belastbare Entscheidung nicht aus.

Checkliste vor dem Pilotstart

Haken Sie ab, was bereits geklärt ist. Der Fortschrittsbalken zeigt, wie vollständig die Vorbereitung ist.

0 von 7 Punkten vorbereitet

Schritt 4: Einführung technisch und organisatorisch absichern

Nach einem grundsätzlich erfolgreichen Pilotbetrieb beginnt die eigentliche Vorbereitung des Regelbetriebs. Jetzt werden Konten, Rollen und Berechtigungen festgelegt. Gleichzeitig sollten Unternehmen bestimmen, wer neue Benutzer anlegt, Zugriffe verändert und Berechtigungen wieder entfernt, wenn Beschäftigte die Aufgabe oder das Unternehmen wechseln.

Auch Aktualisierungen müssen berücksichtigt werden. Das BSI empfiehlt Unternehmen, einen Überblick über eingesetzte Hard- und Software zu behalten und vom Hersteller bereitgestellte Sicherheitsupdates zeitnah einzuspielen. Bei geschäftskritischen Anwendungen sollte daher bereits vor dem breiten Einsatz klar sein, wer Updates prüft und wie mit Störungen nach einer Änderung umgegangen wird.

Backups allein reichen ebenfalls nicht. Entscheidend ist, ob gesicherte Daten im Ernstfall tatsächlich wiederhergestellt werden können. Das BSI empfiehlt deshalb, Sicherungskopien nicht nur regelmäßig anzulegen, sondern auch ihre Funktionalität, Konsistenz und Aktualität zu testen.

Für kritische Systeme braucht das Unternehmen zudem einen einfachen Notfallablauf. Wer entscheidet bei einem größeren Ausfall? Welche Prozesse können vorübergehend manuell weiterlaufen? Wie werden Beschäftigte informiert, wenn das betroffene System selbst nicht mehr erreichbar ist? Solche Fragen sollten beantwortet sein, bevor eine Abteilung vollständig von einer neuen Anwendung abhängig wird.

Technische Schutzmaßnahmen ersetzen keine Schulung. Das BSI weist ausdrücklich auf die Bedeutung regelmäßiger Sensibilisierung hin. Beschäftigte müssen nicht jede technische Einzelheit verstehen. Sie sollten jedoch wissen, welche Daten sie eingeben dürfen, wie Freigaben funktionieren, wie verdächtige Vorgänge gemeldet werden und welche Alternativen bei einer Störung bestehen.

Schulungen funktionieren besser, wenn sie sich am tatsächlichen Arbeitsablauf orientieren. Statt sämtliche Funktionen eines Systems zu erklären, sollte zunächst das vermittelt werden, was die jeweilige Person für ihre Aufgabe benötigt. Kurze Anleitungen für wiederkehrende Vorgänge können den Einstieg zusätzlich erleichtern.

Schritt 5: Ergebnisse messen und kontrolliert ausrollen

Nach dem Pilotbetrieb folgt eine Entscheidung, keine automatische Freigabe. Dafür werden die vorher festgelegten Kennzahlen mit dem Ausgangszustand verglichen. Gleichzeitig werden Probleme aus dem Test ausgewertet. Erst wenn Nutzen und Risiken nachvollziehbar sind, sollte die nächste Gruppe auf die neue Technologie wechseln.

Nicht jede Abweichung ist ein Grund zum Abbruch. Kleinere Bedienungsprobleme können sich durch bessere Einstellungen oder Schulungen lösen lassen. Schwerer wiegen dagegen ungeklärte Datenschutzfragen, instabile Schnittstellen, fehlende Wiederherstellungsmöglichkeiten oder ein Prozess, der trotz neuer Technik mehr Arbeit verursacht als zuvor.

Ein stufenweiser Rollout hat gegenüber einer unternehmensweiten Umstellung einen wichtigen Vorteil. Erkenntnisse aus der ersten Gruppe können in die nächste Einführungsphase einfließen. Dadurch verbessern sich Anleitung, Konfiguration und Unterstützungsangebote von Etappe zu Etappe.

Alte und neue Systeme sollten allerdings nicht unbegrenzt parallel weiterlaufen. Eine Übergangsphase kann notwendig sein, doch dauerhaft doppelte Abläufe verursachen zusätzlichen Aufwand und begünstigen widersprüchliche Datenstände. Deshalb braucht jede Einführung einen definierten Zeitpunkt, an dem der bisherige Prozess beendet oder auf seine verbleibende Aufgabe beschränkt wird.

Gerade an dieser Stelle zeigen sich typische Digitalisierungsprobleme. Wer ohne klare Zuständigkeiten, messbare Ziele oder geordneten Übergang arbeitet, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Doppelarbeit. Weitere typische Schwachstellen zeigt der Überblick über Fehler, die Unternehmen bei der Digitalisierung bremsen.

Ein Rollout sollte erst dann beschleunigt werden, wenn der Pilot nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch funktioniert. Andernfalls wird ein kleines Problem lediglich auf mehr Arbeitsplätze verteilt.

Technologie nach der Einführung dauerhaft steuern

Mit dem Ende des Rollouts ist das Projekt nicht abgeschlossen. Technologien verändern sich. Anbieter aktualisieren Funktionen, Sicherheitsanforderungen entwickeln sich weiter und interne Prozesse werden angepasst. Deshalb sollte die Nutzung regelmäßig überprüft werden.

Das NIST Cybersecurity Framework 2.0 beschreibt Cyber-Risikomanagement als fortlaufenden Kreislauf aus den Funktionen Govern, Identify, Protect, Detect, Respond und Recover. Auch für die praktische Unternehmenssteuerung ist dieser Gedanke hilfreich. Verantwortlichkeiten, Schutzmaßnahmen, Überwachung, Reaktion und Wiederherstellung gehören zusammen und dürfen nicht nur einmal zum Projektstart betrachtet werden.

Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, ob die Technologie den ursprünglichen Nutzen weiterhin liefert. Manche Funktionen werden nach einigen Monaten kaum noch verwendet. Andere Prozesse verändern sich so stark, dass ursprüngliche Kennzahlen nicht mehr ausreichen. Unternehmen sollten daher in festen Abständen prüfen, welche Funktionen tatsächlich genutzt werden, welche Kosten entstehen und wo sich neue Probleme entwickelt haben.

Auch Berechtigungen benötigen Pflege. Rollenwechsel, neue Beschäftigte und ausgeschiedene Mitarbeiter verändern den tatsächlichen Zugriffsbedarf. Werden Rechte nur vergeben, aber anschließend nicht kontrolliert, können über Jahre unnötige Zugänge bestehen bleiben.

Ähnliches gilt für Schnittstellen und Datenflüsse. Eine Anwendung, die heute nur wenige Systeme verbindet, kann später zur zentralen Plattform werden. Mit wachsender Bedeutung steigen die Folgen eines Ausfalls. Schutzmaßnahmen und Notfallplanung sollten daher dem tatsächlichen Stellenwert des Systems angepasst werden.

Ein weiterer Prüfpunkt ist der Anbieter. Unternehmen sollten wissen, welche Daten und Prozesse von einem externen Dienst abhängen, wie Daten exportiert werden können und was bei einem Anbieterwechsel geschieht. Je stärker ein Geschäftsprozess an ein einzelnes System gebunden ist, desto wichtiger werden dokumentierte Ausstiegs- und Wiederherstellungsmöglichkeiten.

Technologieeinführung funktioniert deshalb am besten als kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Das Unternehmen identifiziert zuerst einen konkreten Bedarf, testet eine begrenzte Lösung, bewertet Wirkung und Risiken und erweitert sie nur bei überzeugenden Ergebnissen. Wer neu beginnen möchte, sollte nicht mit einer möglichst großen Plattform starten, sondern mit einem klar abgegrenzten Prozess, dessen Verbesserung sich nach einigen Wochen oder Monaten nachvollziehbar bewerten lässt.

Digitalisierung im Unternehmen Schritt für Schritt umsetzen

Das Video zeigt, wie Unternehmen digitale Technologien strukturiert einführen und typische Herausforderungen bei der Umsetzung besser bewältigen können.

Das Video vermittelt praxisnah, welche Schritte Unternehmen bei der Digitalisierung beachten sollten und wie neue Technologien sinnvoll in bestehende Abläufe integriert werden können.

Film: YouTube / Kanal Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz

FAQ

Welche Technologie sollte ein Unternehmen zuerst einführen?

Am sinnvollsten ist eine Lösung für einen klar abgegrenzten Prozess mit erkennbarem Verbesserungsbedarf. Entscheidend ist nicht die Bekanntheit der Technologie, sondern ob ihr Nutzen messbar überprüft werden kann.

Wie groß sollte ein Pilotprojekt sein?

Der Pilot sollte klein genug für eine kontrollierte Einführung, aber groß genug für einen realistischen Arbeitsablauf sein. Die Gruppe sollte unterschiedliche Aufgaben und Erfahrungsstände abbilden.

Wann sollte Datenschutz bei einer neuen Software geprüft werden?

Wenn personenbezogene Daten betroffen sind, muss Datenschutz bereits bei Auswahl und Gestaltung der Verarbeitung berücksichtigt werden. Eine Prüfung erst nach der vollständigen Einführung kommt zu spät.

Woran erkennt man, dass eine Technologie bereit für den Rollout ist?

Die festgelegten Ziele sollten im Pilotbetrieb erreichbar sein. Gleichzeitig müssen Betrieb, Datenqualität, Sicherheit, Zuständigkeiten, Schulung und der Umgang mit Störungen ausreichend geklärt sein.

Sollten alte und neue Systeme längere Zeit parallel laufen?

Eine begrenzte Übergangsphase kann sinnvoll sein. Dauerhafte Parallelprozesse sollten jedoch vermieden werden, weil sie zusätzliche Arbeit und widersprüchliche Datenstände verursachen können.

Was muss nach einer erfolgreichen Einführung noch kontrolliert werden?

Regelmäßig geprüft werden sollten Nutzung, Kosten, Berechtigungen, Sicherheitsupdates, Sicherungen, Schnittstellen, Datenqualität und der weiterhin erzielte geschäftliche Nutzen.

Quelle: Bitkom e. V., Studienbericht „Digitalisierung der Wirtschaft 2025“; Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), „Erste Schritte für mehr Cyber-Sicherheit“, „10 Tipps zur Cyber-Sicherheit für Unternehmen“ und IT-Grundschutz; EUR-Lex, Verordnung (EU) 2016/679, insbesondere Artikel 25; National Institute of Standards and Technology, Cybersecurity Framework 2.0.