Trotz der hohen Nachfrage nach Mietwohnungen in Frankfurt bleiben Tausende Wohnungen ungenutzt. Laut der letzten umfassenden Erhebung waren am 15. Mai 2022 genau 12.983 Wohnungen leer, das entspricht 3,2 Prozent des Gesamtbestands. Die Stadt selbst trägt mit ungenutztem Wohnraum zur Situation bei.
Inhaltsverzeichnis:
- Leerstand städtischer Wohnungen trotz hoher Nachfrage
- Über 6.600 Wohnungen stehen seit mehr als sechs Monaten leer
- Geplantes Leerstandsgesetz soll Abhilfe schaffen
Leerstand städtischer Wohnungen trotz hoher Nachfrage
Die Stadt Frankfurt besitzt 93 reguläre freie Wohnungen sowie 66 ungenutzte Dienstwohnungen an Schulen. Das bestätigte Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) auf eine Anfrage des fraktionslosen Stadtverordneten Eyup Yilmaz. Der Leerstand hat unterschiedliche Ursachen. Oft sind es bauliche Mängel, die eine Vermietung verzögern.
Weber betonte, dass ständig Wohnungen saniert und neu vermietet werden. Jedoch dauern diese Prozesse häufig länger als gewünscht. Hauptgründe seien personelle und finanzielle Engpässe im Amt für Bau und Immobilien. Um die Situation zu verbessern, soll die Sanierung nun durch eine Priorisierung nach Standorten beschleunigt werden.
Über 6.600 Wohnungen stehen seit mehr als sechs Monaten leer
Nicht nur die städtischen Wohnungen bleiben ungenutzt. Mehr als 10.000 Wohnungen in Frankfurt stehen leer, viele davon über längere Zeit. Nach Angaben von Wohnungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) waren im Mai 2022 genau 6.686 Wohnungen bereits mindestens sechs Monate unbewohnt.
Die Stadt hat ein Interesse daran, ihren Wohnungsbestand an eine städtische Gesellschaft wie die ABG zu übertragen. Allerdings fehlt es dort an Bereitschaft zur Übernahme. Dies erschwert eine schnelle Lösung des Leerstandsproblems.
Geplantes Leerstandsgesetz soll Abhilfe schaffen
Die Landesregierung plant ein neues Leerstandsgesetz für Hessen. Demnach darf Wohnraum ohne Genehmigung maximal sechs Monate leerstehen. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen. Damit die Stadt Frankfurt aktiv gegen spekulativen Leerstand vorgehen kann, wird sie nach Verabschiedung des Gesetzes eine eigene Satzung erlassen müssen.
Der Leerstand von fast 13.000 Wohnungen bleibt trotz politischer Maßnahmen eine Herausforderung. Die Stadtverwaltung steht unter Druck, effektive Lösungen zu finden, um dringend benötigten Wohnraum nutzbar zu machen.
Quelle: fnp.de