Frankfurt fordert von den hessischen Kommunen eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Versorgung von Drogensüchtigen aus dem Umland. Diese Forderung wird von der Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) in einem Schreiben an Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) gestellt. Voitl betont die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung, um die Herausforderungen in der Drogenhilfe zu meistern.
Inhaltsverzeichnis:
- Forderungsstellung von Frankfurt
- Drogenkranke aus anderen Regionen und die Verantwortung der Kommunen
- Suchthilfezentrum im Bahnhofsviertel
- Drug-Checking-Verordnung und neue Maßnahmen
Forderungsstellung von Frankfurt
Frankfurt verlangt von den hessischen Kommunen eine stärkere Unterstützung im Bereich der Drogenhilfe. Elke Voitl fordert, dass in jeder hessischen Kommune ein Ansprechpartner, möglichst aus dem Gesundheitsamt, eingerichtet wird, um den Kontakt zur Drogenhilfe zu erleichtern. Zusätzlich sollen die Gemeinden vor Ort schnell handeln und Initiativen für Drogenkranke ergreifen. Frankfurt erwartet zudem einen finanziellen Ausgleich für die momentane Übergangssituation, in der die Stadt die Verantwortung für die Drogenkranken aus dem Umland trägt.
Drogenkranke aus anderen Regionen und die Verantwortung der Kommunen
Ein Drittel der Drogenkonsumenten im Bahnhofsviertel kommen aus anderen hessischen Regionen und ein weiteres Drittel aus anderen Bundesländern, wie Bayern. Die Stadt Frankfurt übernimmt derzeit die Verantwortung, da viele Süchtige aus dem Umland nach Frankfurt kommen, um Drogen zu kaufen. Voitl betont, dass es wichtig sei, auch in den betroffenen Kommunen vor Ort Hilfsangebote zu schaffen, um den Abhängigen zu helfen, in ihrem sozialen Umfeld zu bleiben. In Städten wie Kassel und Darmstadt wächst der Druck, lokale Hilfseinrichtungen zu schaffen, da dort zunehmend eine Crackszene entsteht.
Suchthilfezentrum im Bahnhofsviertel
Das geplante Suchthilfezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel rückt näher. Elke Voitl befindet sich in Verhandlungen mit einem Immobilieneigentümer, um ein geeignetes Gebäude umzubauen. Der Magistratsbeschluss für den Umbau wird im Juni erwartet. Geplant ist ein Konzept, das verschiedene Träger, wie die integrative Drogenhilfe, die Malteser und der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe, zusammenbringt. Voitl hofft, dass noch in diesem Jahr das Erdgeschoss und der offene Bereich des Zentrums fertiggestellt werden können.
Drug-Checking-Verordnung und neue Maßnahmen
In Frankfurt wird seit Jahresbeginn zunehmend Fentanyl unter Heroin gemischt. Dies stellt eine erhebliche Gefahr dar, da die Gefahr einer Überdosis durch diese Beimischung sehr hoch ist. Voitl fordert daher eine Drug-Checking-Verordnung für Hessen. Diese Verordnung würde es ermöglichen, Drogen auf ihre Inhaltsstoffe zu prüfen, damit die Süchtigen besser auf die Dosierung reagieren können. Ein Modellversuch hat gezeigt, dass Süchtige ihre Dosen entsprechend anpassen, wenn sie über die genaue Konzentration informiert werden.
Die Stadt Frankfurt und die Sozialdezernentin Voitl setzen sich weiterhin für eine Verbesserung der Drogenhilfe und den Schutz der Abhängigen ein. Die Kooperation zwischen den Kommunen und dem Land Hessen sowie die Schaffung neuer Hilfseinrichtungen werden entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen sein.
Quelle: FAZ